Tag des Busses
Wie sieht die Zukunft des Busverkehrs im ländlichen Raum aus? Welche Rolle spielt die Elektromobilität und wie können künftig genügend Fahrerinnen und Fahrer gewonnen werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Landtagsabgeordnete Ansgar Mayr beim „Tag des Busses“ beim Busunternehmen Wöhrle in Oberderdingen.
Auf Einladung von Geschäftsführer Thomas Balmer besuchte Mayr gemeinsam mit seinem Landtagskollegen Dr. Thorsten Schwarz das Unternehmen. Auch Jonas Balmer nahm an dem Austausch teil. Im Mittelpunkt standen die aktuellen Herausforderungen der privaten Busunternehmen sowie die weitere Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs.
Ein wichtiges Thema war dabei der zunehmende Mangel an Busfahrerinnen und Busfahrern. Schon heute suchen viele Unternehmen nach qualifiziertem Fahrpersonal. Gleichzeitig dürfte der Bedarf in den kommenden Jahren weiter steigen, unter anderem durch den demografischen Wandel und den bevorstehenden Ruhestand zahlreicher Beschäftigter.
„Ein verlässlicher ÖPNV steht und fällt mit den Menschen, die jeden Tag dafür sorgen, dass die Busse tatsächlich fahren. Gerade im ländlichen Raum sind wir auf starke und leistungsfähige Busunternehmen angewiesen“, betonte Mayr.
Mit Aktionen wie „Ran ans Lenkrad“ möchte der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO) deshalb neue Zielgruppen für den Beruf gewinnen und zeigen, wie vielfältig und verantwortungsvoll die Tätigkeit als Busfahrerin oder Busfahrer ist. Beim Tag des Busses konnten Besucherinnen und Besucher unter anderem einen Fahrschulbus kennenlernen und sich über berufliche Einstiegsmöglichkeiten informieren.
Auch die beiden Abgeordneten nutzten die Gelegenheit für einen Perspektivwechsel: Bei einer Probefahrt durften Ansgar Mayr und Dr. Thorsten Schwarz selbst am Steuer eines Busses Platz nehmen. „Wer einmal selbst einen Bus gefahren ist, bekommt noch einmal einen ganz anderen Eindruck davon, welche Verantwortung und welches Können dieser Beruf verlangt. Ich habe großen Respekt vor jedem, der sich dieser Herausforderung annimmt“, so Mayr.
Ein zweiter Schwerpunkt des Besuchs lag auf der Elektromobilität. Wöhrle stellte seine neuen Elektrobusse sowie die dazugehörige neue Ladeinfrastruktur vor. Für Busunternehmen bedeutet der Umstieg auf alternative Antriebe nicht nur die Anschaffung neuer Fahrzeuge, sondern auch erhebliche Investitionen in die notwendige Infrastruktur und neue Anforderungen an die betrieblichen Abläufe.
Mayr machte deutlich, dass bei der Weiterentwicklung des ÖPNV die praktische Perspektive der Unternehmen berücksichtigt werden müsse: „Die Verkehrswende findet nicht auf dem Papier statt. Sie muss im Betriebsalltag funktionieren. Deshalb ist der direkte Austausch mit den Unternehmen vor Ort so wichtig.“
Der „Tag des Busses“ fand am 19. September auf Initiative des Verbandes Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen statt. Zahlreiche Unternehmen im Land öffnen ihre Betriebshöfe und geben Einblicke in ihre Arbeit. Damit soll zugleich die Bedeutung der Beschäftigten sichtbar gemacht werden, die täglich Schülerinnen und Schüler, Berufspendler und viele weitere Fahrgäste zuverlässig an ihr Ziel bringen.
„Unsere privaten Busunternehmen sind ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge und gerade für unsere Region unverzichtbar“, resümierte Mayr. „Vielen Dank an Thomas und Jonas Balmer und das gesamte Team von Wöhrle für die offenen Einblicke und den wichtigen Austausch.“