Ansgar Mayr MdL

Bauministerin Nicole Razavi zu Gast bei Harsch in Bretten

Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Ansgar Mayr besuchte die baden-württembergische Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi, das Brettener Bauunternehmen Harsch Bau GmbH & Co. KG. Razavi verantwortet seit 2021 im damals neu geschaffenen Ministerium unter anderem die Themen Bauen, Wohnen, Städtebau und Landesentwicklung. Seit 2006 ist sie Abgeordnete des Landtags von Baden-Württemberg.

Zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft waren der Einladung gefolgt. Neben Vertretern regionaler Unternehmen aus der Baubranche nahmen auch mehrere Ober-/Bürgermeister aus den umliegenden Kommunen teil. Begrüßt wurden die Anwesenden zunächst vom Seniorchef des Unternehmens, Rolf Harsch.

Im Anschluss stellte Peter Harsch, der das Familienunternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Mario und Andreas Neff in vierter Generation führt, das Unternehmen und seine Entwicklung vor. Im Jahr 2019 feierte Harsch sein 100-jähriges Bestehen. Peter Harsch gab einen Einblick in die vielfältigen Tätigkeitsfelder der Firmengruppe, die in verschiedenen Bereichen der Bauwirtschaft tätig ist – von Infrastrukturprojekten über Straßenbau bis hin zu Bauleistungen für Kommunen und private Auftraggeber.

Der Landtagsabgeordnete Ansgar Mayr freute sich über die Resonanz auf die Veranstaltung. In seiner kurzen Ansprache betonte er die zentrale Bedeutung des Handwerks und der Bauwirtschaft für Baden-Württemberg. Gerade in Zeiten wachsender Herausforderungen sei es wichtiger denn je, das Handwerk zu stärken und die Rahmenbedingungen für Betriebe zu verbessern.

Im Mittelpunkt des Besuchs stand anschließend der Vortrag von Ministerin Nicole Razavi. In ihrem Beitrag sprach Razavi über die aktuellen Herausforderungen im Bau- und Wohnungsbereich. Der Wohnungsbau bleibe ein zentrales politisches Thema – ebenso wie der Ausbau der Infrastruktur und der Straßenbau. Ein großes Problem seien jedoch die langen Planungs- und Genehmigungsverfahren. Diese führten häufig dazu, dass Projekte deutlich länger dauerten und dadurch erheblich teurer würden.

Gerade für den ländlichen Raum sieht die Ministerin weiterhin große Entwicklungsmöglichkeiten. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass Planungsprozesse beschleunigt und bürokratische Hürden abgebaut werden. Auch die Digitalisierung im Bauwesen müsse vorangebracht werden. Ein wichtiger Baustein sei dabei das sogenannte Building Information Modeling (BIM), ein digitales Planungs- und Steuerungsverfahren für Bauprojekte, das Abläufe effizienter und transparenter machen soll.

Ein weiteres Thema war der Artenschutz. Razavi betonte, dass dieser selbstverständlich wichtig sei. Gleichzeitig müsse jedoch ein ausgewogenes Verhältnis gefunden werden. Nicht jedes einzelne Tier könne dazu führen, dass große Bauflächen dauerhaft blockiert würden, entscheidend sei vielmehr der Schutz ganzer Populationen.

Auch Förderprogramme des Landes spielten in ihrem Vortrag eine Rolle. Besonders die Städtebauförderung des Landes stoße bei vielen Kommunen auf große Zustimmung und habe sich als wichtiges Instrument für die Entwicklung von Städten und Gemeinden erwiesen.

Im Anschluss entwickelte sich eine lebhafte Diskussion mit den anwesenden Gästen. Dabei wurden zahlreiche Themen angesprochen: von Bauzuschüssen über Förderprogramme bis hin zu bürokratischen Hürden im Bauwesen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war der Bürokratieabbau. Bürgerbeteiligung sei grundsätzlich wichtig, so der Tenor der Runde. Gleichzeitig müsse jedoch darauf geachtet werden, dass Verfahren nicht unnötig verlängert würden. Auch bei der Vergabe von Architektenleistungen wünschen sich viele Kommunen vereinfachte Verfahren.

Die konstruktive Diskussion zeigte deutlich, wie groß der Gesprächsbedarf zwischen Politik, Kommunen und Bauwirtschaft ist – von daher: ein gelungener Termin!